Nähe

Jeder Mensch braucht Nähe, um sich sicher und geborgen zu fühlen. Nähe entsteht durch Verbindung und Vertrauen. Nähe beinhaltet Wertschätzung, Akzeptanz, Präsenz.

Menschen die keine Nähe zu anderen in ihrem Leben haben, leiden psychisch sehr. Es ist nachgewiesen, dass Neugeborene, die keine liebevolle Nähe und Fürsorge bekommen, sogar sterben können. Kinder, die keine liebevolle Nähe erleben, entwickeln ihre Gehirne anders, sind anfälliger, neurotischer und instabiler. Sie bekommen leichter Krankheiten.

Nähe ist somit ein Grundbedürfnis das man sogar in die Charta der Menschenrechte aufnehmen sollte: jeder Mensch hat das Recht und das Bedürfnis nach liebevoller Zuwendung und Nähe.

Dabei ist die Erfahrung von Nähe geprägt von einem neurochemischen Cocktail, der uns entspannen, vertrauen und wohlfühlen lässt. Wir sind Gruppenwesen und voneinander abhängig. Wir brauchen einander, um zu überleben, aber auch, um durch gegenseitigen Austausch „lebendig“ zu sein: uns zu reflektieren, zu geben und zu bekommen, unsere Innenwelt zu kommunizieren, Wertschätzung zu empfangen, Gemeinschaft und Zusammenhalt zu erleben…

Ist Nähe nicht vorhanden, sondern herrscht Distanz, Trennung, Konflikt, dann leiden wir unter Angst und Trauer. Durch authentische, selbstverantwortliche und wertschätzende Kommunikation können wir Nähe fördern.

Nähe baut auf gegenseitigem Verständnis und erschafft Vertrauen. Das Ausdrücken von authentischer, also nicht instrumentalisierter, Wertschätzung erschafft Nähe genauso, wie das Formulieren dessen, was man vom anderen braucht, um nahe sein zu können. Somit erschaffen Authentizität und Klarheit Nähe.

Nähe zu einem anderen Menschen erfüllt auch noch tieferliegende Bedürfnisse. Wir sind in der Lage genau zu verstehen, was im anderen los ist und das gibt uns einen gewissen Grad der Kontrolle über die Beziehung indem wir unser Verhalten anpassen können. Dabei können wir und auch schützen. Nähe erfüllt somit auch das Bedürfnis nach Selbstschutz, Wahrheit und Kontrolle.

Dabei ist nicht die Symbiose, also die Verschmelzung mit dem anderen in einer „bedingungslosen Nähe“ das Ziel, sondern auch das Wahren von Grenzen, von Selbstständigkeit und Distanz. Nähe ist somit ein Fluss von Geben und Nehmen, von Zuhören und Sprechen, von Freude und Bedauern.

Eine ausgewogene Sehnsucht nach Nähe geht mit der Fähigkeit zur Selbstständigkeit, Distanz, Selbstschutz und Grenzen setzen einher – oder wahre Nähe bedingt diese. Nähe bedeutet in Kontakt zu sein mit dem was wirklich ist mit einer Haltung der Akzeptanz und Wertschätzung. Durch Nähe können auch Anziehung und der Wunsch nach tieferer Verbindung entstehen. Somit ist auch Nähe die Basis für körperliche Nähe.

Die eventuell wichtigste Art der Nähe, ist die Nähe, also die Verbindung, mit uns selbst und mit der Tiefe unserer Persönlichkeit, unseres Erlebens, unserer Gefühle und Bedürfnisse. Eine solche Nähe zu uns selbst, ist die Basis um uns zur Außenwelt authentisch (also im Einklang mit uns selbst) verhalten zu können. Wenn wir keine Verbindung und Nähe zu uns selbst haben, können wir auch keine authentische Nähe zu anderen aufbauen.

Je tiefgreifender Menschen sich über Sprache mit ihrer Verletzlichkeit, ihren Gefühlen und Bedürfnissen verbinden können, um so stärker, tiefer die Nähe, die sie erleben.

GFK KURSTERMINE IN BERLIN:

GFK Einführungskurs 2 Tage: 21.-22. Mai 2022

2-day English NVC-course: pre-registration June 2022

GFK / NVC deepening practice day

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