Achtsamkeit & Präsenz

Präsenz ist eine Fähigkeit seine Aufmerksamkeit auf das, was uns ein anderer Mensch sagt oder zeigt so gut wie möglich zu konzentrieren ohne zu urteilen oder zu handeln. Es ist eine Form der Konzentrationsfähigkeit, die wir durch Achtsamkeit und Meditation üben können. Auch durch Selbstempathie üben wir unsere Präsenz für das, was in uns vorgeht.

Präsenz ist die Grundbedingung für Verständigung, die in zwischenmenschlicher Begegnung stattfinden kann. Sie ist das Hauptelement der Gewaltfreien Kommunikation. Um in der GFK Fortschritte zu machen, ist es nötig zu lernen zuzuhören, ohne zu bewerten und ohne handeln zu wollen. Dies bedeutet, dass wir loslassen, was wir wollen, das der andere tut. Wir sind einfach nur da und nehmen uns und den anderen wahr.

Wenn unser Gegenüber wahrnimmt, dass wir zuhören ohne zu bewerten und ohne etwas zu wollen, dann entsteht Vertrauen. So kann unser Gesprächspartner in sich gehen ohne Angst, dass er/sie zurückgewiesen wird und dabei fühlen, was in ihm/ihr vorgeht. Durch die Möglichkeit sich voll und ganz ohne Angst zu äußern löst sich die Anspannung des Gegenübers und es entsteht eine tiefe Verbindung in der der eine zuhört und der andere sich zeigt. Hierbei kommt es zu einem emotionalen Austausch. Das bedeutet das Gesagte des Sprechenden beginnt beim Zuhörer zu „resonnieren“.  Das bedeutet, dass wir spüren können, was in dem anderen passiert. Wir sind verbunden durch Aufmerksamkeit frei von Urteilen und Handeln.

Was der Präsenz im Wege steht

In unserer schnelllebigen Kultur sind wir dazu angeleitet möglichst rasch zu reagieren und machen dabei auch immer wieder Dinge gleichzeitig. Wir lenken uns dazu eventuell ab von einem Leben, das uns belastet oder nicht erfüllt. Das bedeutet, wir verlernen uns zu konzentrieren und lernen eher uns zu zerstreuen. Das hilft natürlich nicht dabei uns selbst gegenüber und anderen mit Präsenz zu begegnen.

Was uns auch noch daran hindern kann im Dialog mit anderen wirklich präsent zu sein, sind Urteile und Bewertungen, die wir über das Thema, über uns selbst oder über den anderen haben. Anstatt uns auf das Gesagte zu konzentrieren, versuchen wir es durch Bewertungen in ein Raster von richtig und falsch zu quetschen. Dies tun wir auch, wenn wir beispielsweise jemanden helfen wollen, der uns gerade ein Problem geschildert hat, indem wir ihm mit Lösungsideen, Handlungsanweisungen, Aufmunterungsversuchen oder Beschwichtigungen begegnen. Wir verstehen das was andere sagen als Handlungsaufforderung und wollen gleich eine Aktivität zeigen. Das ist jedoch keine Präsenz.

Präsenz hat kein “Wollen” und keine Richtung. Sie ist einfach nur mitfühlende Aufmerksamkeit, die als Ziel hat das Erleben, also die subjektive Wirklichkeit unseres Gegenübers, anzuerkennen. Es geht darum, dass wir einfach nur “da sind”, statt zu tun; sein, statt wollen oder sollen.

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GFK Einführungskurs 2 Tage: 21.-22. Mai 2022

2-day English NVC-course: pre-registration June 2022

GFK / NVC deepening practice day

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