Über Dr. Marshall B. Rosenberg

Die Schönheit in einem Menschen zu sehen ist dann am nötigsten, wenn er auf eine Weise kommuniziert, die es am schwierigsten macht, sie zu sehen.

Dr. Marshall B. Rosenberg

Marshall B. Rosenberg wurde 1934 in Canton, Ohio geboren, wuchs in Detroit auf und beendete sein Bachelorstudium an der Universität von Michigan. 1961 erhielt er seinen Doktortitel in Klinischer Psychologie an der Universität von Wisconsin, wo er seinen Freund und Mentor, den Psychotherapeuten Carl Rogers, kennenlernte. Ab 1966 arbeitete er selbst als anerkannter Psychotherapeut und startete seine berufliche Karriere in St. Louis, wo er eine erfolgreiche klinische Praxis eröffnete.

Marshalls Anliegen, Menschen über Profite zu stellen, ebenso seine Neugierde und sein Wunsch, mehr über die Ursachen von Gewalt zu lernen, die seine frühen Erfahrungen geprägt hatte als er in der Innenstadt von Detroit lebte, inspirierten ihn bald in seiner Privatpraxis dazu, neue und sinnvolle Wege zu ergründen, wie er seine berufliche Ausbildung anwenden könnte, um verschiedenste Formen der Gewalt zu reduzieren und friedensstiftende Fertigkeiten zu verbreiten.

Rasch entwickelte sich aus Marshalls Forschungen die Gewaltfreie Kommunikation („Nonviolent Communication„), ein Prozess, der intensivere zwischenmenschliche Kommunikation ermöglicht und gegenseitiges Erkennen tieferer emotionaler Bedürfnisse kultiviert, was wiederum zu größerem Mitgefühl und friedlichen Lösungen zwischen Konfliktparteien führt. Marshall wurde zu einem angesehenen Konfliktmediator

In den 1960er Jahren arbeitete Marshall eng mit MenschenrechtsaktivistInnen zusammen, indem er zwischen randalierenden SchülerInnen und der Schulverwaltung vermittelte und daran arbeitete, öffentliche Schulen in seit langer Zeit segregierten Regionen auf friedliche Weise zu desegregieren. Marshalls Arbeit in dieser Funktion veranlasste ihn, das Zentrum für Gewaltfreie Kommunikation (Center for Nonviolent Communication – CNVC) zu gründen, wo er als Leiter der Bildungsdienstleistungen fungierte.

Er war ein engagierter Lehrer, Friedensstifter und Visionär und leitete GFK Workshops und internationale Intensivtrainings für Tausende von Menschen in über 60 Ländern weltweit. Aus der GFK-Bewegung heraus entstanden Tausende sogenannter Giraffenschulen, in denen die GFK an junge Menschen vermittelt wird und Tausende lokale GFK-Gruppen. Marshall war sehr in Israel aktiv und so sind dort die meisten Initiativen weltweit zu finden.

Marshall reiste in vom Krieg erschütterte Gebiete und Entwicklungsländer und bot dort GFK Kurse an, um Aussöhnung und friedliche Beilegung der Differenzen voran zu treiben. Er arbeitete unermüdlich mit Gruppen von AusbildnerInnen, ManagerInnen, DienstleisterInnen für psychische und physische Gesundheit, RechtsanwältInnen, militärischen FunktionsträgerInnen, Gefangenen, Polizei- und GefängnisbeamtInnen, Geistlichen, RegierungsbeamtInnen, Individuen und Familien.

Marshall ist der Autor zahlreicher Bücher und wurde im Laufe seiner Karriere vielfach ausgezeichnet und geehrt. Dabei lebte er viele Jahre in der Schweiz. Er gab auch in Deutschland zahlreiche GFK-Workshops was die steigende GFK-Bewegung hierzulande initiierte. Er verstarb 2015.

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„Die GFK hilft uns, mit uns selbst und mit unseren Mitmenschen so in Kontakt zukommen, dass sich unser natürliches Einfühlungsvermögen wieder entfalten kann. Die GFK zeigt uns, wie wir unsere Ausdrucksweise und unser Zuhören durch die Fokussierung unseres Bewusstseins auf vier Bereiche umgestalten können: was wir beobachten, fühlen und brauchen und worum wir bitten wollen, um unsere Lebensqualität zu verbessern.

Die GFK fördert intensives Zuhören, Respekt und Empathie, und sie erzeugt einen beiderseitigen Wunsch, von Herzen zu geben. Die einen nutzen die GFK, um mit sich selbst einfühlsam umzugehen, andere vertiefen damit ihre persönlichen Beziehungen, und wieder andere bauen sich so bessere Kontakte am Arbeitsplatz oder in der Politik auf. Auf der ganzen Welt wird die GFK eingesetzt, um bei Auseinandersetzungen und Konflikten auf allen Ebenen zu vermitteln.“  MBR